Flexibles Filament: TPU und TPE

Die meisten Filamente sind hart und steif. TPU und TPE machen das Gegenteil: sie biegen, dehnen sich und federn zurück wie Gummi. Über die Shore-Härte stellst du ein, wie weich sich ein Teil anfühlt — und damit auch, wie heikel es im Druck wird.

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CategorieMaterialien

Flexible Filamente machen Drucke möglich, die biegen, sich dehnen und zurückfedern wie Gummi: Shore 85A–98A hart, mit einer Bruchdehnung von 300–580 %. Die zwei gängigen Sorten sind TPU (thermoplastisches Polyurethan) und TPE (thermoplastisches Elastomer). TPU ist etwas steifer und abriebfester und damit einfacher zu drucken; TPE ist weicher und elastischer, aber im FDM schwerer gleichmäßig zu verarbeiten.

Flexibles Filament wählt man wegen der Elastizität und der Dämpfung, nicht wegen der Steifigkeit. Die Härte gibst du über die Shore-Skala an: ein TPU mit 95A ist noch recht fest, 85A deutlich weicher. Die Bruchdehnung liegt bei Hunderten Prozent, das Material ist abriebfest und verträgt Öl und Fett. Dafür bleibt das Detail begrenzt, und Lack hält auf einem Teil, das mitarbeitet, halt schlecht. Alle Werte hier sind indikative Datenblattwerte, keine Zusage für ein konkretes Bauteil.

Die wichtigsten Eigenschaften von flexiblem Filament

Flexibles Filament verbindet eine niedrige Härte mit einer sehr hohen Dehnung. Das passt für Teile, die biegen, dämpfen, greifen oder dichten sollen — nicht für Teile, die ihre Form halten müssen. Die Werte schwanken stark je nach Typ und Shore-Härte.

  • Härte: Shore ~85A–98A; niedriger ist weicher, höher ist steifer und einfacher zu drucken

  • Zugfestigkeit: ≈ 25–45 MPa, stark abhängig von Typ und Härte

  • Bruchdehnung: sehr hoch: 300–580 % — biegt und dehnt weit, ohne zu brechen

  • Dichte: ≈ 1,20–1,22 g/cm³

  • Abrieb und Chemie: gut; hält Abrieb, Öl und Fett aus

  • Detail: begrenzt; feine Kanten und Schrift kommen weicher heraus als in PLA

  • Druckbarkeit: braucht langsame Geschwindigkeit und wenig Retraction; TPU einfacher als TPE

Technische Daten von TPU und TPE
Düsentemperatur
220–250 °C
Druckbett
30–60 °C
Druckgeschwindigkeit
15–30 mm/s
langsam, für Stabilität
Härte
Shore 85A–98A
niedriger ist weicher
Zugfestigkeit
≈ 25–45 MPa
typabhängig
Bruchdehnung
300–580 %
sehr hoch
Dichte
≈ 1,20 g/cm³
Abriebfestigkeit
gut
öl- und fettfest
Indikative Datenblattwerte für TPU und TPE im FDM. Die Werte unterscheiden sich stark je nach Typ und Shore-Härte und sind keine Spezifikation für ein konkretes Bauteil.

Flexibles Filament in Kürze

Indikatives Profil von TPU und TPE bei den Eigenschaften, auf die es bei einem flexiblen Teil ankommt.

Flexibilität und Dehnungsehr hoch
Dämpfungsehr gut
Abriebfestigkeitgut
Steifigkeitniedrig, gewollt
Druckbarkeitbraucht Geduld
Detailbegrenzt
Wärmebeständigkeitmäßig

Flexibel im Vergleich mit PLA und PETG

Indikativer Vergleich mit zwei steifen Standardmaterialien, damit sichtbar wird, wofür flexibles Filament gedacht ist. Ein höherer Wert heißt: passt für diese Eigenschaft besser.

EigenschaftFlexibel (TPU/TPE)PLAPETG
Flexibilität
Dämpfung
Abriebfestigkeit
Steifigkeit
Druckbarkeit
Feines Detail

Vorteile von flexiblem Filament

  • Biegt, dehnt und federt zurück wie Gummi
  • Sehr gute Dämpfung
  • Bruchdehnung 300–580 %
  • Abriebfest und beständig gegen Öl und Fett
  • Härte über die Shore-Wahl einstellbar
  • Guter Griff und dichtende Wirkung

Nachteile und Grenzen

  • Druckt langsam und ist heikel
  • Nicht für steife, formstabile Teile
  • Feines Detail bleibt begrenzt
  • TPE schwerer gleichmäßig zu verarbeiten als TPU
  • Neigt zum Fädenziehen, braucht wenig Retraction
  • Farbe und Lack halten schlecht

Wofür du flexibles Filament nimmst

Flexibles Filament ist die Wahl, wenn ein Teil biegen, dämpfen, greifen oder dichten soll: Stoßkanten und Puffer, Griffe, Dichtungen, Schwingungsdämpfer, Schutzkappen, Antirutschauflagen und biegsame Scharniere. Über die Shore-Härte stimmst du ab, wie weich oder fest sich das anfühlt. Ein Teil aus 95A wirkt fest wie ein Maschinenfuß, eines aus 85A gibt unter dem Daumen sichtbar nach.

Soll ein Teil dagegen seine Form halten oder Last tragen, ist ein steifes Material wie PLA, PETG oder ABS passender. Und wenn es um maximales Detail geht, ist Resin die bessere Wahl, denn ein flexibles Teil gibt feine Kanten nur weich wieder. Sag uns bei der Anfrage einmal, wie biegsam es sein soll und wofür es dient, dann empfehlen wir eine Härte.

Wann passt flexibles Filament?

Passt für

  • Puffer, Dämpfer und Stoßkanten
  • Griffe und Antirutschauflagen
  • Dichtungen und Balgen
  • Schutzkappen und Hüllen
  • Teile, die biegen oder federn sollen

Passt weniger für

  • Steife, formstabile Teile (dann PLA)
  • Stark belastete Konstruktionsteile
  • Maximal feines Detail (dann Resin)
  • Anwendungen mit viel Wärme
  • Teile, die lackiert werden sollen
Was heißt Shore-Härte?

Die Shore-Skala sagt, wie hart oder weich ein flexibles Material ist. Bei TPU und TPE gilt meist die Shore-A-Skala: 95A ist relativ fest und passt für Maschinenfüße oder Schutzkappen, 90A biegt deutlich und passt für Puffer und Dämpfer, 85A und weicher ist sehr elastisch. Weicher heißt elastischer, aber auch heikler im Druck.

Flexibles Filament drucken

Flexibles Filament braucht Geduld. Es druckt langsam, 15–30 mm/s, damit das weiche Material gleichmäßig durch die Düse fließt, und mit wenig Retraction, weil der Vorschub sonst instabil wird und Fäden zieht. Die Temperatureinstellungen liegen bei 220–250 °C an der Düse und 30–60 °C am Druckbett. Eine etwas größere Schichthöhe von 0,12–0,24 mm läuft ruhiger als eine sehr feine. Weiche Typen mit niedriger Shore-Zahl sind dabei die heikelsten.

Wir stimmen diese Einstellungen auf die gewählte Härte und auf das Teil ab. Beschreib die Anwendung und wie fest sich das Teil anfühlen soll, dann wählen wir Typ und Vorgehen.

Empfohlene Druckeinstellungen für TPU und TPE
Düsentemperatur
220–250 °C
Druckbett
30–60 °C
Druckgeschwindigkeit
15–30 mm/s
langsam
Kühlung
hoch
durchgehend mitlaufen lassen
Schichthöhe
0,12–0,24 mm
Retraction
wenig
sonst zieht es Fäden
Ein gängiger Startpunkt für TPU und TPE. Die passenden Werte unterscheiden sich stark je nach Typ und Shore-Härte; wir stimmen sie auf dein Teil ab. Langsam drucken und wenig Retraction sind der Schlüssel.

Für flexible Teile konstruieren

Wie weich sich ein flexibler Druck anfühlt, entscheidet nicht nur das Material, sondern auch die Konstruktion. Eine dünnere Wand und ein niedriger Füllgrad machen ein Teil deutlich biegsamer, dickere Wände und mehr Füllung machen es fester. So kommst du mit der gleichen Shore-Härte zu einem ganz anderen Gefühl. Für Griff oder Dichtung hilft es, wenn du sagst, wo das Teil anliegt und wie weit es sich verformen soll.

Bei der Optik bleiben wir ehrlich: Farbe und Lack halten auf flexiblem Material schlecht, weil das Teil mitarbeitet und die Schicht mitgehen muss. Beim Biegen reißt sie auf oder blättert ab. Lackieren empfehlen wir hier deshalb nicht, und Schleifen funktioniert eh kaum, weil das Material unter dem Papier ausweicht statt abzutragen. Nimm die Farbe darum gleich über das Filament. Dafür haften flexible Drucke stark an sich selbst und werden relativ wasser- und luftdicht, was für Dichtungen und Balgen praktisch ist. Den Preis siehst du sofort nach dem Hochladen im Drucktool. Die Lieferzeit ist in der Regel 7–10 Arbeitstage, abhängig von Größe, Stückzahl und Nachbearbeitung, und wir bestätigen sie bei der Bestellung. Versendet wird nach Österreich, Deutschland, Belgien und in die Niederlande.

Häufige Fragen zu flexiblem Filament

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