Kleben

Manchmal ist ein Design schlicht zu groß für den Bauraum des 3D-Druckers. Oder das Modell ist so komplex, dass es sinnvoller ist, es in mehreren Teilen zu drucken, um Stützmaterial zu sparen. In solchen Fällen ist Kleben eine wichtige Fähigkeit. Mit der richtigen Technik und Klebstoffwahl lassen sich mehrere gedruckte Teile zu einem stimmigen, sauberen Gesamtmodell verbinden – ideal für Präsentations-, Architektur- oder Ausstellungszwecke.

Klebstoffarten für 3D-Drucke

Nicht jeder Klebstoff haftet auf jedem Kunststoff. Die Wahl hängt vom Material und vom gewünschten Ergebnis ab, immer mit Blick auf nicht-funktionale Anwendungen:

  • Cyanoacrylat (Sekundenkleber / CA-Kleber): Die am häufigsten verwendete Option für PLA und PETG. Er trocknet in Sekunden und bildet eine harte Verbindung. Tipp: Verwenden Sie einen Aktivator-Spray, um das Aushärten zu beschleunigen. Achtung: CA-Kleber kann rund um die Naht einen weißen Schleier hinterlassen (Blooming).
  • 2-Komponenten-Epoxy: Für Verbindungen, bei denen ein sauberer, stabiler Zusammenhalt gefragt ist. Epoxy (Harz + Härter) braucht länger zum Aushärten (5 Minuten bis 24 Stunden), füllt dafür aber auch kleine Spalten. Ideal, wenn die Kontaktflächen nicht zu 100 % plan sind.
  • Lösemittelkleber (Solvent Welding): Speziell für ABS, ASA und HIPS. Technisch gesehen ist das kein klassisches Kleben, sondern ein chemisches Verschweißen. Die Flüssigkeit (oft auf Acetonbasis) löst die äußere Schicht beider Teile an, sodass sie nach dem Verdunsten des Lösungsmittels wie ein einziges Stück Kunststoff wirken.

Vorbereitung: Der Schlüssel zum Erfolg

Klebstoff haftet schlecht auf glatten, unbehandelten Oberflächen. Befolgen Sie diese Schritte für eine saubere Verbindung:

  1. Plan schleifen: Achten Sie darauf, dass die zu verklebenden Flächen genau zueinander passen. Verwenden Sie eine ebene Platte mit Schleifpapier, um die Kontaktflächen sauber auszurichten.
  2. Aufrauen: Schleifen Sie die Kontaktflächen leicht mit grobem Schleifpapier an (Körnung 80–120). Das erhöht die Kontaktfläche für den Klebstoff.
  3. Entfetten: Reinigen Sie die Flächen mit IPA (Alkohol) oder einem Entfetter, um Staub und Hautfette zu entfernen.

Tipps für die Montage

  • Passstifte (Alignment Pins): Planen Sie in Ihrem 3D-Design bereits Bohrungen und Stifte (oder Löcher für Filamentstücke) an den Schnittflächen ein. So verrutschen die Teile beim Kleben nicht und bleiben sauber ausgerichtet.
  • Klemmen: Verwenden Sie Schraubzwingen oder starkes Tape (Malerkrepp oder Gummibänder), um die Teile während des Trocknens in Position zu halten. Bei Epoxy ist das besonders wichtig, weil es langsamer aushärtet.
  • Nähte kaschieren: Ist die Naht nach dem Kleben noch sichtbar? Füllen Sie sie mit etwas Spachtelmasse oder spezieller Modellbau-Spachtel (Putty) und schleifen Sie die Stelle danach glatt.
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