Grundierung und Lackieren

Auch wenn Filament in vielen Farben verfügbar ist, geht doch nichts über eine professionell lackierte Oberfläche. Das Lackieren eines 3D-Drucks dient zwei Zwecken: Optik (die passende Farbe und Glanzgrad) und Finish (die sichtbaren Druckschichten dezent in den Hintergrund rücken). Ein gut lackiertes Modell kann sich optisch stark an ein im Handel gekauftes Ausstellungsstück annähern. Der Schlüssel liegt dabei aber nicht in der Farbe selbst, sondern in der Vorbereitung.

Schritt 1: Reinigen und Entfetten

Bevor auch nur ein Tropfen Lack aufgetragen wird, muss das Modell wirklich sauber sein. Nach dem Schleifen (siehe den Artikel über Schleifen) bleibt feiner Staub in den Vertiefungen zurück. Zusätzlich können Hautfette von den Fingern dazu führen, dass der Lack nicht ordentlich haftet (die gefürchteten „Fischaugen“ im Lack). Waschen Sie das Modell mit lauwarmem Wasser und einem Tropfen Spülmittel oder verwenden Sie einen geeigneten Entfetter (zum Beispiel Waschbenzin oder IPA), der das Material nicht angreift.

Schritt 2: Filler Primer (Spritzspachtel)

Das ist für viele Präsentationsmodelle ein echter Gamechanger. Eine normale Grundierung sorgt in erster Linie für Haftung, ein Filler Primer (Füllprimer oder Spritzspachtel) ist dicker und füllt die mikroskopisch kleinen Rillen zwischen den Druckschichten auf.

  • Auftragen: In dünnen Schichten aus etwa 20–30 cm Abstand sprühen. Besser drei dünne Schichten als eine dicke, die zu laufen beginnt.
  • Kontrolle: Nach der ersten Primerschicht werden Unebenheiten sofort sichtbar. Diese bei Bedarf leicht anschleifen und eine zweite Schicht auftragen.

Schritt 3: Lackieren

Sobald die Grundierung trocken und glatt ist, kann die Farbe aufgetragen werden. Für Kunststoffe wie PLA und PETG sind Acrylfarben (auf Wasserbasis) und Alkydfarben (auf Lösemittelbasis) grundsätzlich geeignet. Sprühlacke liefern meist das gleichmäßigste Ergebnis, bei feinen Details – etwa bei Miniaturen oder Anschauungsmodellen – sind Pinselarbeit oder Airbrush oft die bessere Wahl. Die konkrete Farbauswahl hängt vom Objekt und vom gewünschten Einsatz als nicht-funktionales Anzeige- oder Dekorationsmodell ab.

Schritt 4: Schutz (Clear Coat)

Lack ist empfindlich gegenüber Kratzern und UV-Licht. Damit das Modell geschützt ist und der Glanzgrad festgelegt wird (matt, seidenmatt oder hochglänzend), schließen Sie mit einem Versiegelungslack oder Klarlack (Clear Coat) ab. Das versiegelt die Oberfläche und lässt Farben oft etwas tiefer und lebendiger wirken.

Tipps für Materialien

  • PLA: Sehr einfach zu lackieren. Acrylfarbe haftet in der Regel sehr gut.
  • ABS / ASA: Verwenden Sie eine Grundierung, die speziell für harte Kunststoffe geeignet ist.
  • PETG / PP: Schwieriger zu lackieren wegen der glatten, chemisch widerstandsfähigen Oberfläche. Hier ist ein spezieller Haftprimer (Kunststoffprimer) praktisch immer notwendig. Die Materialwahl sollte sich dabei an dekorativen bzw. visuellen Anwendungen orientieren; eine funktionale Eignung wird nicht zugesagt.
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