Einen 3D-Druck grundieren und lackieren

Eine Grundierung lässt den Lack haften, gleicht die Oberfläche aus und zeigt dir jede Schichtlinie, die noch da ist. Danach baust du die Farbe in dünnen Schichten auf. Lack selbst füllt nämlich nichts zu — er macht Schichtlinien sichtbarer. Darum entscheidet die Vorarbeit über das Ergebnis.

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CategorieNachbearbeitung

Grundieren und lackieren gibt einem 3D-Druck eine gleichmäßige, farbige Oberfläche: 2–3 dünne Schichten Füller (füllende Grundierung) füllen die restlichen Schichtlinien auf und sorgen dafür, dass der Lack haftet, danach baust du die Farbe in mehreren dünnen Schichten auf. Ohne Grundierung haftet Lack auf glattem Kunststoff schlecht, und die Schichtlinien bleiben durch die Farbschicht hindurch sichtbar. Der Glanz macht sie sogar deutlicher als vorher.

Die Reihenfolge ist immer dieselbe: gründlich schleifen, entfetten, grundieren, zwischen den Grundschichten nass schleifen, und dann in dünnen Schichten die Farbe aufbauen, wenn du magst mit Klarlack darüber. Wir drucken mit FDM und SLA; ein sauber grundierbares Teil abzuliefern gehört zu dem, was wir übernehmen können. Sag uns, wie es am Ende ausschauen soll, dann denken wir mit.

Der Aufbau von der Grundierung zur Farbe

Indikative Schritte für eine saubere Oberfläche. Arbeite mit dünnen Schichten: mehrere dünne geben ein saubereres Ergebnis als eine dicke.

1. Schleifen
Körnung 400–600flache, saubere Basis für die Grundierung
2. Entfetten
ReinigenFett und Staub weg, damit es hält
3. Füller
2–3 dünne Schichtenhaftet, füllt und zeigt die Schichtlinien
4. Nassschleifen
Körnung 600–800zwischen den Grundschichten, zum Egalisieren
5. Farbschicht
mehrere dünne Schichtenjede Schicht trocknen lassen
6. Klarlack
wenn du magstmatt, seidenglänzend oder hochglänzend
Sprühdosen und Lösemittel: arbeite sicher

Viele Grundierungen und Lacke sind lösemittelhaltig, entflammbar und beim Einatmen schädlich. Sprüh in einem gut gelüfteten Raum oder in einer Spritzkabine, weit weg von Funken und offenem Feuer, und nimm eine passende Maske und Handschuhe. Dasselbe gilt für die chemische Nachbearbeitung mit Lösemitteldampf.

Warum die Grundierung nicht wegzulassen ist

Die Grundierung macht drei Dinge auf einmal. Erstens verbessert sie die Haftung zwischen dem glatten Kunststoff und dem Lack, damit die Farbschicht nicht abblättert. Zweitens gibt sie einen einheitlichen, neutralen Untergrund, damit die Farbe gleichmäßig deckt und nicht mit der Druckfarbe darunter mitgeht. Und drittens füllt ein Füller die feinen Schichtlinien auf, damit die Fläche wirklich flach wird. Dazu ist eine dünne Grundschicht die beste Kontrollschicht: Erst unter dem gleichmäßigen Grau siehst du, wo noch nachzuschleifen ist.

Grundiere darum immer vor dem Lackieren, nie umgekehrt. Auf PETG hält es schwerer; da hilft ein Haftvermittler unter der normalen Grundierung, oder gründliches Anschleifen. Bei Resin muss das Teil vollständig nachgehärtet und entfettet sein, sonst stört ungehärtetes Harz die Haftung.

Dünne Schichten und Geduld

Die wichtigste Faustregel beim Sprühen lautet: mehrere dünne Schichten, keine dicke. Eine dicke Schicht schaut nach dem schnelleren Weg aus, läuft aber und verschmiert die Details. Dünne Schichten haften besser und trocknen gleichmäßig. Halt die Dose auf Abstand, beweg sie ruhig und gleichmäßig, und lass jede Schicht die angegebene Zeit trocknen, bevor die nächste kommt oder du zwischendurch nass schleifst.

Arbeite außerdem bei Zimmertemperatur und nicht in einer zu feuchten Umgebung: Kälte und Feuchtigkeit geben eine matte, körnige Schicht. Lackieren ist damit vor allem eine Sache der Geduld — die Trockenzeiten zwischen den Schichten bestimmen zum größten Teil, wie lang das Ganze dauert.

Je Material: worauf du achtest

  • PLA: Nimmt Grundierung und Lack nach leichtem Anschleifen gut an. Arbeite mit dünnen Sprühschichten, damit aggressive Lösemittel die Oberfläche nicht angreifen.

  • PETG: Haftet ein wenig schwerer; ein Haftvermittler oder gründliches Anschleifen hilft. Entfetten ist hier besonders wichtig.

  • ABS und ASA: Nehmen Lack gut an und sind wärmebeständiger. ASA ist UV-stabil; für Teile draußen nimm einen UV-beständigen Klarlack gegen das Vergilben.

  • Resin (SLA): Schon glatt, darum mit minimaler Vorbereitung grundierbar. Vollständig nachgehärtet und entfettet muss es sein, sonst stört Harz die Haftung.

Farbschicht und Klarlack

Auf einem gut grundierten und zwischendurch geschliffenen Untergrund baust du die Farbe mit Acryllack (auf Wasser- oder Lösemittelbasis) oder mit Enamel auf. Auch hier gilt: mehrere dünne Schichten decken gleichmäßiger als eine dicke. Ein von Hand gemaltes Modell machst du mit dem Pinsel; für große, gleichmäßige Flächen gibt eine Sprühdose oder eine Airbrush das sauberere Bild. Das Lackieren nehmen wir auf Anfrage mit; was für dein Teil passt, klären wir vorher.

Zum Abschluss kannst du einen Klarlack draufgeben, den es matt, seidenglänzend und hochglänzend gibt. Diese letzte Schicht bestimmt nicht nur das Aussehen, sie schützt die Farbe auch gegen Abrieb, Feuchtigkeit und UV-Strahlung. Für Teile, die draußen stehen, nimm einen UV-beständigen Lack und am besten ASA als Material, damit die Farbe nicht ausbleicht. Wer nur eine andere Farbe braucht, druckt das Teil gleich in Farbe: durchgefärbtes Material blättert nicht ab.

Lack baut auf, Schleifen nimmt weg

Beim Schleifen geht Material weg, beim Grundieren und Lackieren kommt Material dazu — Schicht für Schicht, auf jeder Fläche. Bei einer Sichtfläche merkt das niemand, bei einer Passung schon: Ein Zapfen wird dicker, eine Bohrung enger, ein Deckel geht plötzlich nicht mehr zu. Eine Passung, die knapp gedacht ist, passt nach dem Lackieren womöglich nicht mehr.

Gib uns die kritischen Maße darum vorher durch, samt der Flächen, die passen müssen. Die decken wir dann ab, oder wir planen das Aufmaß mit ein. Was an Maßgenauigkeit am Ende herauskommt, hängt vom Teil ab, das klären wir bei der Anfrage. Die Lieferzeit liegt in der Regel bei 7–10 Arbeitstagen und wird bei der Bestellung bestätigt.

Was Grundieren und Lackieren bringt

  • Gleichmäßige, deckende Farbe in jedem gewünschten Ton
  • Ein Füller macht restliche Schichtlinien unsichtbar
  • Eine schützende Lackschicht gegen UV-Strahlung, Feuchtigkeit und Abrieb
  • Funktioniert nach der richtigen Vorbereitung auf fast allen Materialien

Womit du rechnen musst

  • Mehrere Schichten und Trockenzeit: es kostet Zeit
  • Dicke Schichten laufen und verschmieren die Details
  • Lösemittelhaltige Sprays brauchen Lüftung und Schutzausrüstung
  • Jede Schicht baut auf und verändert knappe Passungen
  • Eine schlechte Vorbereitung siehst du im Endergebnis wieder
Was ist ein Füller?

Ein Füller oder füllende Grundierung ist eine dickere Grundierung, die feine Kratzer und Schichtlinien auffüllt. Du sprühst ihn in dünnen Schichten, schleifst zwischendurch nass und wiederholst, bis die Fläche flach ist. Danach haftet die Farbe auf einem gleichmäßigen Untergrund.

Häufige Fragen zum Grundieren und Lackieren

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Lackieren fängt beim Schleifen an; für ABS und ASA gibt es auch den chemischen Weg.

Soll das Teil farbig und fertig ankommen?

Sag uns, wie es am Ende ausschauen soll, dann denken wir mit

  • Wir drucken mit FDM und SLA in verschiedenen Materialien
  • Rat zu einer gut grundierbaren Oberfläche
  • Kritische Maße vorher durchgeben, dann rechnen wir den Aufbau mit ein
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