Warum kommt dein Modell 25,4-mal zu groß an?
Ein Modell, das perfekt ausgeschaut hat, kann um den Faktor 25,4 oder 1.000 zu groß oder zu klein ankommen. Fast immer liegt das an den Einheiten und nicht an einem Fehler im Modell. So erkennst du es und so verhinderst du es.
Ein falscher Maßstab kommt fast immer von der Einheit und nicht vom Modell: STL und OBJ legen weder Millimeter noch Zoll fest, und damit liegt ein Zoll-Modell um den Faktor 25,4 daneben. Prüf deshalb vor dem Hochladen immer ein Maß, das du kennst, zum Beispiel die Gesamtlänge oder den Durchmesser einer Bohrung. Das ist der Fehler, den du am schnellsten selbst abfängst, und es verhindert ein Teil, das 25,4-mal zu klein aus der Maschine kommt.
Das Problem entsteht, weil manche Dateiformate keine Einheit festhalten. Eine STL oder OBJ enthält nur nackte Zahlen, kein „Millimeter“ und kein „Zoll“. Zeichnest du in Zoll und erwartet die Gegenseite Millimeter, wird jeder Zoll als ein Millimeter gelesen, oder umgekehrt. Daher die zwei Klassiker, die in der Praxis alles kosten: der Faktor 25,4, weil ein Zoll 25,4 mm sind, und der Faktor 1.000, wenn ein Modell in Metern gezeichnet ist. Ein Zentimeter-Modell liegt dazwischen und ist um den Faktor 10 daneben.
Die häufigen Umrechnungsfehler
Du erkennst die Abweichung am Faktor, um den das Teil zu groß oder zu klein ist. Die Zoll- und die Meter-Verwechslung sind die beiden, die in der Praxis am meisten kosten.
Warum Einheiten verschwinden
Jedes 3D-Modell wird in einer Einheit gezeichnet, aber nicht jedes Dateiformat speichert diese Einheit. STEP und 3MF behalten sie, STL und OBJ nicht. Bei den beiden Letzteren muss die Software auf beiden Seiten dieselbe Annahme treffen, und genau dort geht es schief.
Ein Modell, das in Zoll gezeichnet und als STL exportiert wird, verliert den Vermerk „Zoll“. Wird es danach als Millimeter eingelesen, ist jedes Teil um den Faktor 25,4 zu klein. Genau dasselbe passiert mit Metern, nur mit dem Faktor 1.000. Willst du das grundsätzlich loswerden, liefere STEP oder 3MF, die nehmen die Einheit mit. Wie viel Abweichung im Druck selbst noch dazukommt, steht bei Maßgenauigkeit und Toleranzen.
So prüfst du den Maßstab vor dem Hochladen
Nimm ein bekanntes Maß und prüf es in deiner Software oder im Drucktool nach. Nach dem Hochladen stehen die Abmessungen deines Modells im Vorschaubild, und dort fällt ein Faktor sofort auf. Ein Testwürfel von 20 × 20 × 20 mm ist ideal: steht der als 508 mm, also 20 × 25,4, oder als 0,79 mm, also 20 ÷ 25,4, dann weißt du gleich, dass eine Zoll-Umrechnung im Spiel ist. Zeigt das Vorschaubild 20.000 mm, war das Modell in Metern gezeichnet.
Exportiere am besten in Millimetern, wenn deine Software die Wahl lässt, oder liefere ein Format, das die Einheit mitnimmt. Nenn im Zweifel das gewünschte Hauptmaß dazu, dann prüfen wir den Maßstab mit. Wie das Hochladen abläuft, steht bei Dateien hochladen.
Sehen wir ein Teil, das auffällig groß oder klein hereinkommt, melden wir uns vor dem Drucken. Ein Modell, das zufällig ein plausibles Maß hat, fällt aber nicht als falsch skaliert auf. Prüf deshalb selbst ein Maß, das du kennst.
Wo es in der Praxis schiefgeht
Der Maßstabsfehler entsteht fast nie beim Drucken selbst, sondern an einem von drei Punkten davor. Erstens beim Zeichnen: fängst du in einer Vorlage an, die auf Zoll steht, während du in Millimetern denkst, dann passt das Modell am Schirm schon, aber nicht mehr, sobald es exportiert ist. Zweitens beim Exportieren: wählst du „Zoll“ als Exporteinheit für ein Millimeter-Modell, reist die falsche Annahme mit. Drittens beim Öffnen in einer anderen Software, die eine eigene Standardannahme hat.
Gescannte Modelle und gratis heruntergeladene Dateien sind besonders anfällig, weil du selbst nicht bestimmt hast, in welcher Einheit sie gespeichert sind. Nach einem 3D-Scan hängt der Maßstab an den Einstellungen der Aufnahme, und Modelle von Tauschplattformen kommen aus Programmen mit unterschiedlichen Voreinstellungen. Auch dort gilt: ein bekanntes Maß nachmessen, bevor du etwas bestellst.
Was du tust, wenn das Maß nicht stimmt
Weicht die Abmessung genau um den Faktor 25,4, 10 oder 1.000 ab, musst du das Modell nicht neu zeichnen. Skalier es mit diesem Faktor zurück, oder exportier neu mit der richtigen Einheit. Passt die Abweichung zu keinem dieser Faktoren, steckt sie wahrscheinlich nicht in der Einheit, sondern im Modell selbst — dann schau bei Modelle prüfen und reparieren nach oder leg es uns vor. Bei einer STEP- oder 3MF-Datei reist die Einheit mit, was diese Art Fehler weitgehend erspart.
Warum Millimeter der Standard sind
In der 3D-Druckwelt ist der Millimeter die gängige Einheit. Slicer, Drucker und die meisten CAD-Pakete rechnen von sich aus in Millimetern, und das Drucktool geht auch davon aus. Arbeitest du in einem anderen System, braucht es jedes Mal eine Umrechnung, und jede Umrechnung ist eine Gelegenheit für einen Fehler. Wer durchgehend in Millimetern zeichnet und exportiert, nimmt diese Gelegenheit weitgehend weg.
Kommst du aus einer Umgebung, in der Zoll üblich ist, halte eine feste Gewohnheit ein: rechne dein Modell als letzten Schritt auf Millimeter um, bevor du exportierst, und prüf danach ein Hauptmaß. So erwischst du einen Umrechnungsfehler noch, solange er leicht zu reparieren ist.
Häufige Fragen zum Maßstab
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Der Maßstab ist eine Prüfung, das Format und die Geometrie sind die anderen zwei.
Im Drucktool stehen die Abmessungen deines Modells. Passt etwas nicht, schauen wir mit, bevor du bestellst.