Rapid Prototyping: vom Entwurf zum geprüften Teil

Ein Teil in der Hand, an dem du messen, passen und ziehen kannst, statt eines Renderings. Du lädst deine Datei hinauf, siehst sofort den Preis und hast den Prototyp in der Regel in 7–10 Arbeitstagen. Den Termin bestätigen wir bei der Bestellung.

Der Wert eines Prototyps liegt nicht in einem Tag mehr oder weniger, sondern darin, dass eine Ausführung nichts an Rüstkosten verursacht. Du kannst das Teil dreimal ändern, ohne dass es jedes Mal ein Projekt wird: keine Form, kein Werkzeug, keine Rüstzeit, eine neue Datei genügt. Der Preis steht sofort im Drucktool, du hängst also nicht in einer Angebotsschleife. Die Durchlaufzeit liegt in der Regel bei 7–10 Arbeitstagen, und den Termin bestätigen wir bei der Bestellung.

Die Anfragen kommen meist aus Konstruktionsbüros und Werkstätten in Oberösterreich und der Steiermark, und sie schauen einander ähnlich: eine Passprobe direkt an der Maschine, ein Muster für die Messe, eine Vorserie vor der Freigabe. Unser Sitz ist Linz, versendet wird nach Österreich, Deutschland, Belgien und in die Niederlande.

Wichtiger als die Wartezeit ist diese Frage: wie viele Konstruktionsfragen beantwortest du pro Runde? Drei einzelne Runden sind dreimal vorbereiten, bestellen und warten, mit jeweils einer Antwort. Wer in einer Runde drei Varianten nebeneinander drucken lässt, ein Toleranztreppchen mitschickt und die Passprobe gleich an der Maschine macht, weiß nach einer Lieferung, welche Richtung weitergeht. Die Vorbereitung ist also die eigentliche Arbeit.

Unten stehen die vier Phasen, von Visualisierungsmodellen bis zu belasteten Funktionsbauteilen, die Wahl zwischen FDM und SLA, das Material je Frage, die Konstruktionsregeln, die eine vergebliche Runde verhindern — und was ein Prototyp nicht beweist.

Was du von einem Prototyp bei uns erwarten kannst

Die Rahmenbedingungen in Kürze.

VerfahrenFDM und SLA
MaterialienPLA, PETG, ASA, ABS, PC, Resin und flexibel (TPU)
DateiformateSTL, OBJ, 3MF und STEP
Maßgenauigkeit FDMIndikativ ± 0,3–0,5 mm
LieferzeitIn der Regel 7–10 Arbeitstage, bei der Bestellung bestätigt
MengenEinige Dutzend bis einige Hundert Stück, in Absprache
PreisSofort sichtbar nach dem Hochladen
VersandÖsterreich, Deutschland, Belgien und die Niederlande

Die vier Prototypenphasen und die Frage je Phase

Ein Prototyp ist ein Test, kein Ziel. Klär zuerst, welche Frage offen ist.

01

Formmodell und Machbarkeit

Die Frage: stimmt die Form, stimmen die Verhältnisse? FDM in PLA mit gröberer Schichthöhe und niedrigem Füllgrad. Schichtlinien dürfen sein, du beurteilst Form und Maß, nicht die Oberfläche.

FDM in PLA, niedriger Füllgrad
02

Ergonomie und Passprobe

Die Frage: passt es auf das bestehende Teil und liegt es gut in der Hand? Druck in Originalgröße und nachmessen. Nimm Löcher mit steigendem Spiel mit, dann weißt du in einem Durchgang, welche Bemaßung hält.

Toleranztreppchen mitdrucken
03

Funktionsprototyp

Die Frage: hält es beim Ziehen, Biegen und Klicken? PETG für Zähigkeit, ABS oder ASA bei Wärme, PC wenn die Steifigkeit klemmt. Schau, wie die Last auf den Schichten steht.

FDM in PETG, ASA oder PC
04

Präsentationsmodell

Die Frage: überzeugt es einen Kunden, ein Messepublikum, die Geschäftsführung? Hier zählt die Oberfläche. SLA in Resin gibt scharfes Detail, FDM wird geschliffen und lackiert — das ist Handarbeit und kommt zur Druckzeit dazu.

SLA in Resin oder nachbearbeitetes FDM

FDM oder SLA für deinen Prototyp

Fang bei FDM an und weich erst auf SLA aus, wenn Detail oder Oberfläche das Problem sind. FDM baut aus geschmolzenem Filament auf: großzügiger Bauraum, mechanisch brauchbare Teile, mehr Auswahl beim Material und ein günstigerer Preis pro Stück. Sichtbare Schichtlinien sind der Nachteil.

SLA härtet Resin mit Licht aus und legt feineres Detail und dünnere Wände hin, bei nahezu glatter Oberfläche. Logisch für kleine oder fotografierte Modelle. Resin ist aber spröder und wird unter UV schwächer, für ein Teil, das wochenlang belastet wird, also selten die richtige Wahl.

FDM und SLA für Prototypen, indikativ verglichen

Relative Werte von 1 bis 5, gedacht zum Richtungwählen. Keine Messwerte.

EigenschaftFDMSLA
Detail und scharfe Merkmale
Oberfläche ohne Nachbearbeitung
Mechanische Belastbarkeit
Maximale Größe
Auswahl an Materialien
Günstiger Preis pro Teil
Beständig gegen UV

Materialwahl je Prototypenfrage

Wähl das Material nach der Frage, die du stellst, nicht nach dem Endprodukt. Dass ein Formmodell aus PLA um 55 °C herum weich wird, spielt keine Rolle, solange du nur Form und Maß beurteilst. Sobald du daran ziehst, ist PLA zu spröde. Welche Materialien wofür taugen, steht im Detail in der Wissensdatenbank.

Die Angaben unten sind indikative Datenblatt- und Erfahrungswerte. Wenn du zwischen zwei Materialien schwankst, druck das Modell halt in beiden: das kostet eine Runde und gibt eine Antwort, die dir keine Tabelle liefert. Soll das Präsentationsmodell glatt werden, rechne die Nachbearbeitung gleich mit ein.

Form und Maß
PLA

Günstig und vorhersagbar: saubere Bemaßung, scharfe Kanten. Nicht belastbar, nicht wärmefest.

Formmodelle und Passproben
BelastbarkeitNiedrig
DruckbarkeitHoch
Über PLA
Funktion prüfen
PETG

Zäher als PLA: biegt sich eher, als dass es bricht. Die Standardwahl für Klipse und Halterungen.

Funktionsprototypen
BelastbarkeitGut
DruckbarkeitOrdentlich
Über PETG
Wärme und draußen
ABS und ASA

Wärmefester als PLA und PETG, gut zu schleifen und zu lackieren. ASA ist die Variante für draußen. Beide schwinden beim Drucken.

Wärme und Einsatz im Freien
BelastbarkeitGut
DruckbarkeitBraucht Aufmerksamkeit
Über ASA
Steif und wärmefest
PC (Polycarbonat)

Das steifste und wärmefesteste Filament, das wir drucken, und das anspruchsvollste: empfindlich auf Feuchtigkeit und Schwund.

Stark belastete Teile
BelastbarkeitHoch
DruckbarkeitAnspruchsvoll
Über PC
Detail und Oberfläche
Resin

Für SLA: die glatteste Oberfläche und das feinste Detail. Spröder als Filament und empfindlich gegen UV.

Präsentationsmodelle
DetailgradSehr hoch
ZähigkeitSpröde
Über Resin
Nachgeben und dämpfen
TPU (flexibel)

Gummiartig und elastisch, für Dichtungen, Dämpfer und Griffe. Weniger scharf im Detail.

Dichtungen und Griffe
FlexibilitätHoch
DetailgradBegrenzt
Über flexibles Filament

Eine Runde ist erst genutzt, wenn du mehr als eine Frage damit beantwortest. Die Kosten stecken nur zum Teil im Druck selbst, der Rest ist Vorbereiten, Warten und neu Planen. Ein zusätzliches Teil in derselben Bestellung kostet keine zusätzliche Wartezeit.

01

Varianten nebeneinander drucken

Drei Versionen in einer Bestellung kosten mehr Material, aber keine zusätzliche Runde.

02

Pro Variante eine Sache ändern

Nur die Wandstärke, nur den Radius, nur das Spiel. Sonst weißt du nachher nicht, welche Änderung den Unterschied gemacht hat.

03

Ein Toleranztreppchen mitschicken

Löcher, die sich je Stufe um 0,1 mm unterscheiden, zeigen, welches Spiel in diesem Material hält.

04

Große Teile teilen

Geteilt drückt die Druckzeit, hält Stützstruktur von sichtbaren Flächen weg und lässt dich ein Teil allein neu machen.

05

Einsätze statt gedrucktem Gewinde

Gedrucktes Gewinde nutzt sich ab und bricht beim wiederholten Aufschrauben. Zeichne ein Loch für eine Gewindebuchse aus Messing.

06

Aufschreiben, was du wissen willst

Leg vorweg fest, welche Frage diese Runde beantwortet und woran du das abliest.

Konstruieren für die Druckbarkeit

Die meisten Prototypen scheitern nicht im Drucker, sondern in der CAD-Modellierung. Die Werte unten sind indikativ und gelten für FDM.

Drei Dinge entscheiden am meisten: wie dick die Wände sind, wie viel Stützstruktur die Geometrie erzwingt und in welcher Schichtrichtung das Teil belastet wird. Rechne dazu mit Spiel in der Maßgenauigkeit: FDM erreicht in der Praxis grob ± 0,3–0,5 mm, je nach Geometrie und Material, und SLA kommt feiner heraus.

  • Mindestwandstärke: Rund 1,2 mm als Untergrenze bei FDM, also etwa drei Bahnen mit einer normalen Düse. Dünner haftet schlecht.

  • Überhänge und Stützstruktur: Über etwa 45° gegen die Senkrechte braucht es Unterstützung, und Stützstruktur lässt Spuren zurück. Eine Fase verhindert das oft.

  • Schichtrichtung und Festigkeit: Ein Teil ist innerhalb einer Schicht stärker als zwischen zwei Schichten. Ein Stift, der quer zu den Schichten belastet wird, bricht entlang der Naht.

  • Maßgenauigkeit: Lange Maße weichen leichter ab als kleine Merkmale. Korrigier das im Modell, statt nachher zu schleifen.

  • Passungen und Spiel: Für bewegliche Passungen funktionieren etwa 0,2–0,4 mm Spiel, klemmend liegst du darunter. Löcher kommen meist etwas knapp aus dem Drucker.

  • Gewinde und Einsätze: Gedrucktes Gewinde hält beim wiederholten Montieren selten. Zeichne für eine Gewindebuchse aus Messing oder eine versenkte Mutter.

Indikative Werte, keine Spezifikation

Die Maße und Toleranzen hier sind indikative Datenblatt- und Erfahrungswerte. Was dein Teil erreicht, hängt von Geometrie, Material und Lage im Drucker ab. Leg ein kritisches Maß vorweg vor, dann schauen wir es uns vor dem Druck an.

Was dir ein gedruckter Prototyp sagt

  • Ob die Form stimmt: Maße, Verhältnisse, wie es in der Hand liegt.
  • Ob zwei Teile zusammenpassen und wie viel Spiel es dafür braucht.
  • Ob ein Mechanismus arbeitet: Scharniere, Klipse, Anschläge.
  • Ob die Montage logisch abläuft, samt Kabelwegen und Schraublöchern.
  • Wie die Idee bei dem ankommt, der sie in der Hand hält.

Was er nicht beweist

  • Nicht, wie sich ein Spritzgussteil verhält: das ist dichter und schwindet anders.
  • Nicht die Festigkeit des Endprodukts: quer zur Schicht ist ein Druck schwächer.
  • Nicht die Lebensdauer: Kriechen, Ermüdung und Alterung misst du damit nicht.
  • Nicht die endgültige Oberfläche: Schichtlinien und Stützspuren weichen ab.
  • Nichts über Sicherheit oder Normen; zu einem Prototyp gibt es von uns keine Nachweise dazu.

Vom Prototyp zur Kleinserie

Funktioniert der Entwurf, verschiebt sich die Frage von „stimmt das?“ zu „wie mache ich dreißig davon?“. Bei Kleinserien zählen Druckzeit pro Stück, wie viele Teile auf ein Bett passen und wie viel Nachbearbeitung jedes Exemplar braucht. Einige Dutzend bis einige Hundert Stück sind in Absprache machbar.

Pass den Entwurf zuerst darauf an: Wandstärke zurück, wo es geht, Stützstruktur wegkonstruieren, Teile so legen, dass mehr gleichzeitig aufs Bett passen. Was das bringt, steht unter für die Fertigung optimieren. Arbeitest du aus einem Betrieb heraus, stehen die Rahmenbedingungen — Kauf auf Rechnung, Verschwiegenheitserklärung, Staffelpreise in Absprache — auf der Seite für Gewerbekunden.

Was ist dein nächster Schritt?

Je nachdem, wie weit der Entwurf ist.

Häufige Fragen zum Prototyping

Bereit für die erste Runde

Entwurf hochladen und sofort sehen, was der Prototyp kostet

Leg deine STL, OBJ, 3MF oder STEP ins Drucktool, wähl Material und Schichthöhe, und der Preis steht da. Versand nach Österreich, Deutschland, Belgien und in die Niederlande, in der Regel 7–10 Arbeitstage.

  • Preis sofort im Blick, ohne Angebotsanfrage
  • FDM und SLA, vom Formmodell bis zum belasteten Teil
  • Mehrere Varianten in einer Bestellung
  • Termin wird bei der Bestellung bestätigt
Preis des Prototyps berechnen