3D-Druck in Farbe

Ein Teil kommt in der Farbe des Materials aus dem Drucker: eine Farbe pro Bauteil. Mehrere Farben gehen schon, nur nicht in einem Durchgang aus der Maschine. Unten stehen die drei Wege dorthin und was sie an Arbeit und Zeit kosten.

Farbe entsteht bei uns über das Material und über Lack, nicht über einen Vollfarbdruck. Ein FDM-Drucker verarbeitet ein Filament auf einmal, ein SLA-Drucker härtet eine Wanne Harz aus. Die Farbe steckt also im Material selbst und nicht in einer Patrone daneben. Darum kommt ein Teil einfarbig heraus, in der Farbe des Filaments.

Mehrfarbig geht trotzdem, auf drei Wegen: das Modell in getrennte Bauteile aufteilen, die einzeln gedruckt und danach zusammengesetzt werden; ein Farbwechsel auf einer bestimmten Höhe; oder, am saubersten, Lackieren, bei weichen Übergängen mit der Airbrush. Welcher Weg passt, hängt davon ab, wo die Farbgrenze liegt und wie scharf sie sein muss.

Was viele im Kopf haben, ist ein fotorealistischer Vollfarbdruck, und der kommt von anderen Verfahren: PolyJet-Druck oder ein Pulververfahren wie MJF-Druck. Beides haben wir nicht. Wir drucken FDM und SLA, und eine bunte Textur direkt aus der Maschine ist damit nicht drin. Das sagen wir lieber vorher, als dass du es beim Auspacken merkst.

Farbe in Kürze

Wovon du ausgehen kannst.

Pro BauteilEine Farbe, aus dem Material selbst
Mehrere FarbenGetrennte Bauteile, Lack oder Farbwechsel
Exakter FarbtonNur über Lackieren erreichbar
VollfarbdruckHaben wir nicht, weder PolyJet- noch MJF-Verfahren
Farbe im FreienASA hält die Farbe am längsten
Dunkel oder hellDunkel verdeckt Schichtlinien besser
LieferzeitIn der Regel 7–10 Arbeitstage

Drei Wege zu mehreren Farben

Der Unterschied liegt darin, wie scharf die Farbgrenze wird, wie viel Handarbeit dahintersteckt und wie fest das Teil bleibt.

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Aufteilen und zusammensetzen

Du teilst das Modell in Bauteile, die jedes ihre eigene Farbe bekommen, und setzt sie danach zusammen: mit einer Klickverbindung, mit Schrauben oder geklebt. Das gibt die schärfste Farbgrenze und funktioniert mit jedem Material. Dafür braucht es Konstruktionsarbeit vorher, und die Naht bleibt sichtbar.

Schärfste FarbtrennungAnpassung im Modell nötig
02

Lackieren nach dem Druck

Das Teil wird geschliffen, grundiert und lackiert, bei weichen Übergängen mit der Airbrush. Das ist der einzige Weg zu einem exakten Farbton, also zu einer Hausfarbe oder einem bestimmten RAL-Wert. Es ist Handarbeit, die bei jedem Exemplar wieder anfällt und die Lieferzeit verlängert.

Exakter Farbton möglichHandarbeit pro Stück
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Farbwechsel auf einer Höhe

Auf einer vorher festgelegten Schichthöhe wird während des Drucks das Filament gewechselt. So entstehen waagrechte Bahnen: ein schwarzer Sockel mit weißer Oberseite zum Beispiel. Freie Formen, Schriftzüge oder ein Logo mitten auf einer Fläche gehen damit nicht. Passt dein Modell dazu, schreib es bei der Anfrage dazu.

Nur waagrechte TrennungKeine freien Formen

Warum ein Druck einfarbig ist

Bei FDM läuft ein Filament durch eine Düse. Für einen Farbwechsel muss dieses Filament heraus und ein anderes hinein: Düse durchspülen, Temperatur setzen lassen, und in den ersten Zentimetern kommt ein Rest der alten Farbe mit. Systeme, die das selbst erledigen, gibt es schon, nur wechseln auch die nacheinander und verlieren bei jedem Wechsel Material.

Bei SLA liegt es noch fester. In der Wanne steht ein Harz, und das bestimmt die Farbe von allem, was herauskommt. Ein Wechsel heißt: Wanne leeren, reinigen, neu füllen. Das passiert zwischen zwei Aufträgen, nicht innerhalb eines Drucks.

Ein Drucker, der innerhalb einer Fläche frei die Farbe wechselt, existiert in diesen zwei Verfahren also nicht. Das ist keine Grenze unserer Maschinen, sondern die des Prinzips: es kommt immer nur ein Material heraus.

Was die Farbe mit dem Teil macht

Farbe ist nicht bloß Optik. Die Wahl ändert, wie sauber ein Teil ausschaut und wie lang es im Freien so bleibt, und das wird fast nirgends erzählt.

Praktisch heißt das: willst du ein ruhiges Ergebnis und bist bei der Farbe unentschlossen, nimm dunkel. Willst du an einem Präsentationsmodell Detail zeigen, hilft eine helle Farbe — vorausgesetzt, du lässt vorher schleifen, oder das Teil kommt in Resin, wo Schichtlinien eh kaum zu sehen sind.

  • Dunkel verdeckt, hell verrät: Schichtlinien fallen in Schwarz, Anthrazit und Dunkelblau am wenigsten auf. Weiß, Gelb und ein grelles Rot zeigen jeden Schichtübergang, weil das Licht stärker davon zurückkommt.

  • Transparent ist nie glasklar: Auch durchsichtiges Filament und klares Harz bleiben trüb: die Schichtstruktur bricht das Licht. Rechne mit Milchglas, nicht mit Fensterglas.

  • Pigment ändert das Druckverhalten: Farb- und Füllstoffe beeinflussen, wie ein Filament fließt und haftet. Zwei Farben derselben Marke können eine etwas andere Temperatur verlangen.

  • Ein Bildschirm lügt: Was am Monitor zu sehen ist, gibt eine Farbe in der Hand nicht verlässlich wieder. Soll der Ton genau stimmen, verlass dich nicht auf ein Bild.

  • Im Freien verblasst alles: UV-Licht bleicht Farbe aus. ASA ist darauf ausgelegt und hält am längsten durch; PLA verfärbt im Freien schnell und wird dazu spröde.

  • Die Schichthöhe zählt mit: Dünnere Schichten geben eine gleichmäßigere Oberfläche und damit ein ruhigeres Farbbild. Was die Schichthöhe sonst mit Zeit und Preis macht, steht in der Wissensdatenbank.

  • Lack glättet nichts von allein: Lack füllt Schichtlinien nicht auf. Wird davor nicht geschliffen, treten sie unter dem Lack sogar deutlicher hervor, weil der Glanz jede Kante zeigt. Die Reihenfolge heißt darum schleifen, grundieren, lackieren, und erst dann kommt die Oberflächenqualität heraus, die du willst.

Ein exakter Farbton braucht Lack, nicht Filament

Filament und Harz kommen in den Farben, die der Hersteller macht, und die richten sich nicht nach einer RAL- oder Pantone-Karte. Zwei Rollen „Rot“ von verschiedenen Marken schauen sichtbar anders aus, und sogar innerhalb einer Marke kann eine neue Charge abweichen. Soll die Farbe genau zu einer Hausfarbe oder zu einem bestehenden Teil passen, ist Grundieren und Lackieren der einzige verlässliche Weg. Gib bei der Anfrage den Farbcode an, dann klären wir, ob und wie wir das für dich machen.

So wählst du den Weg

Die Frage, die die Entscheidung trifft: wo liegt die Farbgrenze, und wie scharf muss sie sein?

Liegt die Grenze auf einer Fläche, die eh ein eigenes Bauteil ist — ein Deckel, ein Knopf, eine Frontplatte — dann ist Aufteilen fast immer die Antwort. Liegt sie mitten auf einer gewölbten Fläche, wird es Lackieren, bei weichen Übergängen und mehreren Tönen nebeneinander Airbrushing. Läuft die Grenze sauber waagrecht, ist der Farbwechsel auf Höhe der günstigste Weg.

Teile, die du selbst zusammensetzt, bleiben am festesten, wenn du mechanisch verbindest statt nur zu kleben: ein Klips, eine Schraube oder eine Zapfenverbindung trägt Kraft, die eine Klebenaht nicht aushält. Was an Nachbearbeitung bei uns möglich ist und was davon auf dein Teil passt, klären wir bei der Anfrage.

Wann die Farbe die Wahl bestimmt und wann nicht

Nach der Farbe wählen, wenn

  • das Teil sichtbar ist und nicht belastet wird
  • es um Deko, ein Geschenk oder ein Präsentationsmodell geht
  • eine Hausfarbe oder ein bestehendes Teil getroffen werden muss
  • es zu einem Set gehört, das optisch zusammenpassen soll
  • der Farbton für die Wirkung wichtiger ist als die Festigkeit

Zuerst nach dem Material wählen, wenn

  • Kraft darauf kommt oder es warm wird
  • es im Freien liegt; dann entscheidet die UV-Beständigkeit
  • es chemisch belastet wird, etwa von Öl oder Putzmittel
  • die Maßhaltigkeit wichtiger ist als das Aussehen
  • das Teil ohnehin nicht zu sehen ist

Welche Farben es bei uns gibt

Pro Material gibt es eine begrenzte Auswahl, und welche Farben das sind, hängt am Lager. Die Materialien selbst haben dazu ihre eigene Grundfarbe: Harz ist von sich aus grau oder bernsteinfarben, technische Filamente und flexible Materialien kommen in weniger Farbvarianten als PLA.

Schreib bei der Anfrage oder in die Anmerkungen, welche Farbe du dir vorstellst. Dann bestätigen wir, was für dein Material gerade da ist, bevor das Teil in Produktion geht. Gedruckt, geschliffen und lackiert wird bei uns in Linz, und versendet wird nach Österreich, Deutschland, Belgien und in die Niederlande. Brauchst du eine Farbe unbedingt, sag es gleich dazu, dann schauen wir, was möglich ist. Welche Materialien es gibt und wofür sie gedacht sind, steht in der Wissensdatenbank.

Häufige Fragen zur Farbe

Farbe und Material geklärt

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Zieh deine STL, OBJ, 3MF oder STEP ins Drucktool und wähl das Material. Bist du bei der Farbe unsicher, schreib es in die Anmerkungen.

  • Preis sofort im Blick
  • FDM und SLA, sieben Materialien
  • In der Regel 7–10 Arbeitstage, bei der Bestellung bestätigt
  • Versand nach Österreich, Deutschland, Belgien und in die Niederlande
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