3D-Drucke lackieren lassen

Lack füllt Schichtlinien nicht, er macht sie sichtbarer. Ein Teil, das gut vorbereitet ist, kommt als gleichmäßig gefärbtes Produkt heraus. Ein Teil, das es nicht ist, schaut nachher schlechter aus als vorher.

Lack füllt Schichtlinien nicht — er macht sie sichtbarer. Eine Lackschicht legt sich als dünne, glatte Haut über die Form darunter, und jede Rille, die du vorher kaum gesehen hast, fängt danach Licht. Ein lackiertes Teil ohne Vorarbeit schaut schlechter aus als ein unbearbeitetes. Die Vorarbeit ist der eigentliche Aufwand, das Lackieren selbst ist der kleinere Teil.

Lackieren heißt hier: ein gedrucktes Teil bekommt über die ganze Fläche eine Farbe und eine Oberfläche. Stützspuren weg, schleifen, Füller, noch einmal schleifen, grundieren, und dann in dünnen Lagen Farbe aufbauen. Wie weit du bei der Nachbearbeitung gehst, ist eine Entscheidung; die Oberflächenqualität aus dem Drucker ist der Startpunkt.

Der zweite Grund für Lack ist die Farbe selbst. Filament und Harz werden nicht nach einer Farbkarte gemacht und unterscheiden sich von Charge zu Charge. Soll die Farbe zu einem bestehenden Teil passen, ist Lack der verlässlichere Weg. Eine Farbtongenauigkeit können wir aber nicht zusagen: brauchst du einen bestimmten Farbton, sag ihn bei der Anfrage, dann schauen wir, was geht. Betriebe in Oberösterreich und der Steiermark, die ein Muster für die Messe brauchen, gehen deshalb über den Lack, und Modellbauer, die ein Teil an ein bestehendes Modell anpassen, genauso. Was direkt aus der Maschine an Farbe möglich ist, steht auf einer eigenen Seite.

Eine deckende Farbe über das ganze Teil ist etwas anderes als ein Verlauf, ein Schatten oder ein mehrfarbiges Detail. Dafür gibt es Airbrushing, einen eigenen Weg mit eigener Arbeitsweise.

Lackieren in Kürze

Worauf du dich verlassen kannst.

ErgebnisDeckende Farbe über das ganze Teil
Bestimmter FarbtonMit Lack näher dran als mit Filament, ohne Zusage
VorarbeitSchleifen und Grundierung bestimmen das Endbild
AufwandHandarbeit, die pro Stück wiederkommt
DurchlaufzeitDruck in der Regel 7–10 Arbeitstage
DraußenLack geht an Ecken und Kanten zuerst ab

Vom gedruckten Teil zur gleichmäßigen Farbe

Sechs Schritte, und fünf davon kommen, bevor Farbe ins Spiel kommt.

01

Stützspuren weg, Kanten putzen

Wo die Stützen gesessen haben, bleiben Punkte und Grate zurück, und an der Unterkante sitzt oft ein ausgelaufener Rand. Lässt du das stehen, zeichnet es sich nach dem Lackieren ab.

02

Schleifen, von grob nach fein

Grobes Papier holt die Schichtstruktur weg, feineres die Kratzer, die das grobe hinterlassen hat. Überspringst du eine Körnung, siehst du sie wieder, sobald die Grundierung darauf ist.

03

Füller, wo es ihn braucht

Löcher und Nähte, die der Druck nicht zugezogen hat, werden gefüllt. Mit Farbe geht das nicht: eine Farbschicht ist zu dünn, um eine Öffnung zu überbrücken, und sinkt eher hinein.

04

Grundieren

Die Grundierung gibt der Farbe Halt und macht aus Füller, Schleifkratzern und nacktem Material einen Untergrund. Und sie macht etwas, was kein anderer Schritt macht: in einer einheitlichen Farbe siehst du sofort, was noch nicht glatt ist. Das schleifst du weg und grundierst noch einmal.

05

Farbe in dünnen Lagen

Farbe baut man in dünnen Lagen auf. Eine dicke Lage läuft aus, sammelt sich in Kanten und trocknet ungleich; dünne Lagen decken langsam und halten die Form scharf.

06

Klarlack, wenn du magst

Eine durchsichtige Deckschicht legt den Glanzgrad fest — matt, seidenmatt oder glänzend — und legt eine Lage zwischen Farbe und Außenwelt. Bei etwas, das in die Hand genommen wird, macht das einen Unterschied, wie lang die Farbe sauber bleibt.

Was das Ergebnis bestimmt

Wie straff ein lackiertes Teil wird, steht fest, bevor die erste Lage Farbe fällt. Fünf Dinge machen die Arbeit, und zwei davon wählst du selbst schon bei der Bestellung.

Eine feinere Schichthöhe gibt flachere Rillen und damit weniger Schleifen danach: das kostet Druckzeit, spart aber Handarbeit. Denk daran, dass Schleifen und Lack gemeinsam an deine Maße gehen — was das mit Passungen macht, steht weiter unten.

Der Glanzgrad ist die unterschätzte Entscheidung. Bist du unsicher, wie viel Schleifarbeit sinnvoll ist, nimm matt oder seidenmatt; glänzend verlangt eine Fläche, die das aushält. Soll etwas glänzen, ohne Lack, dann ist Polieren der andere Weg.

  • Schichthöhe aus dem Drucker: Je feiner die Lagen, desto flacher die Rillen, die weg müssen. Grob gedruckt kann straff werden, kostet aber mehr Arbeit.

  • Menge an Schleifarbeit: Der größte Regler. Jede Stufe feineres Papier kostet Zeit und gibt eine flachere Fläche; wo du aufhörst, bestimmt das Endbild.

  • Die Form des Teils: Flache Flächen und weite Rundungen lassen sich gleichmäßig schleifen und lackieren. Tiefes Relief und schmale Nuten erreichst du mit Schleifpapier kaum.

  • Das Material: Der eine Kunststoff nimmt Farbe ohne Umstände an, der andere braucht mehr Vorarbeit oder ist dafür ungeeignet.

  • Der Glanzgrad: Matt verzeiht Unebenheiten, glänzend zeigt alles. Dasselbe Teil gibt in den zwei Varianten ein ganz anderes Bild.

Warum zuerst eine Grundierung?

Die Grundierung gibt der Farbe Halt auf Kunststoff, auf dem Lack von sich aus nur mäßig sitzen bleibt, und macht aus Füller, Schleifkratzern und nacktem Material einen einheitlichen Untergrund. Der ungeplante Nutzen ist genauso groß: erst in einer einheitlichen Farbe siehst du, was noch nicht glatt ist.

Mehr über Grundieren und Lackieren →

Material und Haftung

  • PLA: Nimmt Farbe gut an und lässt sich dankbar schleifen.

  • Resin: Feine Schichtstruktur und ein dichter Untergrund: Farbe haftet gut, und es bleibt weniger wegzuschleifen.

  • ABS und ASA: Lassen sich beide angenehm schleifen und lackieren. ASA ist zudem die Wahl, wenn das Teil draußen liegt.

  • PETG: Zäher als der Rest. Die Fläche kann beim Schleifen zuschmieren, damit steckt mehr Arbeit drin, bis sie eben ist.

  • Flexibel (TPU): Biegt und dehnt sich im Gebrauch. Eine Lackschicht geht nicht mit und reißt oder löst sich; Lackieren ist hier meistens keine sinnvolle Wahl.

Farbe haftet nicht auf jedem Kunststoff gleich leicht, und das merkt man oft erst, wenn eine Lackschicht abgeht. PLA und Resin nehmen Farbe gut an, ABS und ASA lassen sich angenehm schleifen und lackieren.

PETG ist zäher und kann beim Schleifen zuschmieren, statt Staub abzugeben. Flexibles Material geht im Gebrauch mit, die Lackschicht macht das nicht — also reißt sie oder löst sich.

Lackieren verändert deine Maße

Schleifen nimmt Material weg, und jede Lage Füller, Grundierung und Lack baut wieder etwas auf. Netto ist es nie null. Du merkst es an drei Stellen: Kanten werden weicher, gravierte Schrift verliert die Schärfe und kann bei feinen Buchstaben zulaufen, und eine knapp gedachte Passung passt nachher womöglich nicht mehr. Gib vorher durch, welche Maße kritisch sind und welche Flächen frei bleiben müssen — was im Druck eh schon an Maßgenauigkeit drinsteckt, steht in der Wissensdatenbank.

Wann Lackieren die richtige Wahl ist und wann nicht

Lackieren lohnt sich, wenn

  • Das Teil sichtbar ist und nicht als 3D-Druck ausschauen soll
  • Die Farbe zu einem bestehenden Teil oder einem Auftritt passen soll
  • Es um ein Stück oder eine kleine Anzahl geht
  • Du ein Präsentationsmodell, eine Requisite oder ein Dekostück willst
  • Die Fläche sich straff anfühlen soll, nicht nur straff ausschauen

Lass Lackieren weg, wenn

  • Das Teil nicht im Sichtbereich liegt oder rein funktional ist
  • Die Farbe aus dem Filament schon reicht
  • Es eine Serie ist, in der die Handarbeit den Preis bestimmt
  • Das Teil im Gebrauch biegt oder sich dehnt
  • Ein Verlauf oder ein mehrfarbiges Detail gebraucht wird; dann ist Airbrushing der Weg

Draußen und Verschleiß

Eine Lackschicht schützt, solange sie ganz ist. Wo der Lack unversehrt bleibt, hält er Feuchtigkeit und UV-Licht ab; wo er beschädigt ist, macht er nichts mehr. Eine Beständigkeit für draußen können wir deshalb nicht zusagen, und Kratzfestigkeit auch nicht.

Verschleiß fängt fast immer an Ecken, Kanten und vorstehenden Teilen an: dort ist die Berührung am größten und die Schicht am dünnsten. Unter dem Lack sitzt außerdem noch immer eine Schichtstruktur, die auf Dauer Feuchtigkeit durchlässt.

Für ein Teil, das Jahre draußen bleiben soll, ist das Material wichtiger als der Lack. ASA ist dafür gemacht, Wetter und UV-Licht auszuhalten; ein lackiertes PLA-Teil ist wieder einfach PLA, sobald die Lackschicht nachgibt.

Häufige Fragen zum Lackieren

Weißt du schon, wie es ausschauen soll?

Modell hochladen und die Lackierung besprechen

Leg deine STL, OBJ, 3MF oder STEP ins Drucktool und wähl das Material. Schreib in die Anmerkungen, welche Farbe du willst und welche Maße kritisch sind.

  • Preis für den Druck sofort sichtbar
  • Lackierung und Farbton nach Absprache
  • Druck in der Regel 7–10 Arbeitstage, bei der Bestellung bestätigt
Preis im Drucktool berechnen