PETG: zäh, beständig und vielseitig
PETG liegt bei den Eigenschaften zwischen PLA und ABS: zäher und wärmefester als PLA, dabei angenehmer im Druck als ABS. Für funktionale Teile ist es damit oft der ruhige Mittelweg.
PETG (Polyethylenterephthalat-Glykol) ist ein zähes, chemisch beständiges FDM-Filament. Die Düse läuft bei 230–250 °C, der Glasübergang liegt bei rund 75 °C und die HDT bei 68 °C. Bei 40–55 MPa Zugfestigkeit federt PETG mit, statt spröde zu brechen, und Feuchtigkeit macht ihm im Einsatz nichts. Damit ist es eine starke Wahl für funktionale Teile, die etwas mehr aushalten müssen, als PLA schafft.
Gleichzeitig druckt PETG einfacher als ABS: es schrumpft weniger, verzieht sich weniger und braucht kein beheiztes Gehäuse. Der bekannteste Punkt, auf den man schauen muss, ist Stringing — dünne Fäden zwischen den Teilen. Mit abgestimmter Temperatur und Retraktion hat man das halt gut im Griff.
Die wichtigsten Eigenschaften von PETG
Seine Verbreitung hat PETG einer angenehmen Balance zu verdanken: zäher als PLA, einfacher als ABS, und beständig gegen Wasser und viele Chemikalien. Die Oberfläche wird leicht glänzend.
Zugfestigkeit: 40–55 MPa — etwas unter PLA, dafür viel zäher
Wärmebeständigkeit: Tg rund 75 °C · HDT 68 °C; deutlich mehr Luft als bei PLA
Zähigkeit: hoch: biegt und federt mit, bricht nicht gleich spröde
Dichte: 1,27 g/cm³
Chemische Beständigkeit: gut; hält Wasser, viele Säuren und Laugen aus
Außeneinsatz: gut; besser als PLA und ABS
Worauf zu schauen ist: kann stringen; braucht abgestimmte Retraktion und Temperatur
Technische Werte von PETG
Typische, indikative Datenblattwerte für gedrucktes PETG im FDM-Verfahren. Die Werte unterscheiden sich je Marke und sind keine feste Spezifikation für ein konkretes Teil.
PETG im Vergleich mit PLA und ABS
Indikativer Vergleich der drei Materialien, die am häufigsten gegeneinander abgewogen werden. Ein höherer Wert heißt besser passend für diese Eigenschaft.
Vorteile von PETG
- Zäh: biegt, statt spröde zu brechen
- Ordentlich wärmefest (Tg rund 75 °C)
- Gute chemische Beständigkeit
- Unempfindlich gegen Feuchtigkeit, taugt für dichte Teile
- Einfacher im Druck als ABS
- Wenig Verzug, kein Gehäuse nötig
Nachteile und Grenzen
- Kann stringen (Fadenbildung)
- Weniger steif als PLA
- Feines Detail bleibt hinter PLA
- Stützmaterial haftet stark und geht schwer ab
- UV nur mäßig, für dauernd draußen zu wenig
- Nimmt Feuchtigkeit aus der Luft auf
Wofür du PETG am besten nimmst
PETG ist der Allrounder für funktionale Teile: Gehäuse, Halter, Clips, Bügel, mechanische Teile und alles, was Feuchtigkeit oder milde Chemikalien abbekommt. Weil es zäh ist und mitbiegt, verträgt es Schlag und Spannung besser als das spröde PLA. Für ein Teil, das ab und zu draußen ist — am Balkon oder im Gartenhaus — passt PETG ebenfalls, wobei ASA dafür die eigentliche Adresse bleibt.
Wenn es um die sauberste Optik oder das feinste Detail geht, liefern PLA oder Resin den netteren Druck. Muss das Teil wirklich schlagfest und hitzefest sein, kommen ABS und PC ins Spiel. PETG sitzt bequem dazwischen und ist darum oft der sichere Mittelweg.
Wann nimmst du PETG?
Passt für
- Funktionale Teile und Gehäuse
- Teile, die biegen sollen, ohne zu brechen
- Dichte oder feuchte Anwendungen
- Milde chemische Belastung
- Teile, die ab und zu draußen sind
Passt weniger für
- Maximal feines Detail (dann PLA oder Resin)
- Hohe Temperaturen (dann ABS oder PC)
- Dauerhafte, starke UV-Last (dann ASA)
- Sehr steife, formstabile Teile (dann PLA)
Stringing sind dünne Materialfäden, die beim Verfahren des Druckkopfs zwischen den Teilen hängen bleiben. PETG ist dafür anfälliger als PLA. Mit abgestimmter Temperatur, passender Retraktion und trockenem Filament bleibt es klein, und Reste lassen sich leicht wegputzen.
Drucken und Nachbearbeiten von PETG
PETG druckt heißer als PLA — Düse 230–250 °C, Bett 70–90 °C — und haftet oft eher zu gut am Bett und am Stützmaterial: rechne mit etwas mehr Arbeit, bis die Stützen sauber unten sind. Welche Temperatureinstellungen am besten laufen, hängt an Marke und Farbe. Trockenes Filament ist wichtig, denn PETG nimmt Feuchtigkeit auf, und die verstärkt Stringing und schwächt den Druck.
Schleifen geht, braucht wegen des zähen, leicht gummiartigen Verhaltens aber mehr Geduld als bei PLA. Für ein festes Teil zählt bei PETG wie bei jedem FDM-Material die Schichtrichtung mit: die Haftung zwischen den Schichten ist die schwächste Richtung. Sag uns gern dazu, wie dein Teil belastet wird, dann richten wir es so aus, dass die Kraft entlang der Schichten läuft.
Empfohlene Druckeinstellungen für PETG
Ein gängiger Startpunkt für die meisten PETG-Filamente. Die idealen Werte unterscheiden sich je Marke und Drucker; wir stimmen sie auf dein Teil ab.
PETG und Feuchtigkeit: warum trockenes Filament zählt
PETG zieht Feuchtigkeit aus der Luft, wenn es nicht trocken gelagert ist. Feuchtes Filament gibt Bläschen, mehr Stringing und einen schwächeren, matteren Druck. Für ein festes und sauberes Ergebnis drucken wir darum mit trockenem Material. Das ist auch der Grund, warum ein Teil in PETG einmal etwas mehr Vorbereitung braucht als eines in PLA — es zahlt sich in der Qualität aus.
Der Preis liegt etwas über PLA, gegenüber ABS, ASA oder PC bleibt PETG aber günstig; die Materialpreise stehen nebeneinander. Den Preis siehst du sofort, sobald du dein Modell im Drucktool hochgeladen hast. Auch Kleinserien von einigen Dutzend bis einigen Hundert Stück sind in Absprache möglich. Die Lieferzeit liegt in der Regel bei 7–10 Arbeitstagen und wird bei der Bestellung bestätigt. Versendet wird nach Österreich, Deutschland, Belgien und in die Niederlande.
Häufige Fragen zu PETG
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PETG wird am häufigsten gegen diese Materialien abgewogen.
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