ABS: schlagfest und hitzebeständig

ABS ist das klassische technische Filament: schlagfest, hitzebeständig und gut nachzubearbeiten. Es verzieht sich beim Abkühlen und gibt Dämpfe ab, drinnen bleibt es trotzdem eine gute Wahl. Draußen übernimmt ASA.

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CategorieMaterialien

ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol) ist ein schlagfestes, zähes technisches Filament. Es druckt bei 240–260 °C, erreicht 34–45 MPa Zugfestigkeit und verträgt mit einer Glasübergangstemperatur von rund 105 °C deutlich mehr Wärme als PLA. Das sind indikative Datenblattwerte, keine Zusage für dein Teil. ABS ist jahrzehntelang der Standardkunststoff für technische Teile gewesen, auch außerhalb des 3D-Drucks — Legosteine und Armaturenbretter bestehen daraus. Dazu lässt es sich gut schleifen, kleben und mit Acetondampf glätten.

Zwei Schwächen gehören dazu. ABS schrumpft beim Abkühlen stark und verzieht sich, deshalb braucht es eine beheizte, geschlossene Druckkammer, damit große oder flache Teile flach bleiben. Und beim Drucken gehen Styroldämpfe in die Luft, das verlangt gute Lüftung. Soll das Teil ins Freie, ist ASA fast immer der bessere Nachfolger: mechanisch ähnlich, dabei aber UV-stabil und farbstabil.

Die wichtigsten Eigenschaften von ABS

ABS nimmt man wegen der Zähigkeit und der Wärmebeständigkeit, nicht wegen der Zugfestigkeit — die liegt unter der von PLA. Die Stärke von ABS liegt darin, Schläge und Wärme wegzustecken.

  • Zugfestigkeit: 34–45 MPa — weniger als PLA, dafür zäher

  • Wärmebeständigkeit: Tg ≈ 105 °C · HDT ≈ 98 °C; klar über PLA und PETG

  • Schlagfestigkeit: hoch; Bruchdehnung 10–30 %

  • Dichte: 1,04 g/cm³ — leicht

  • Schrumpf / Verzug: 0,7–1,6 % — hoch, Druckkammer nötig

  • Außeneinsatz: schlecht, das Material vergilbt

  • Nachbearbeitung: gut schleifbar, klebbar und mit Acetondampf glättbar

Technische Daten von ABS

Typische, indikative Datenblattwerte für gedrucktes ABS im FDM-Verfahren. Die Werte unterscheiden sich je Hersteller und sind keine feste Zusage für ein konkretes Teil.

Düsentemperatur
240–260 °C
Betttemperatur
100–110 °CDruckkammer empfohlen
Zugfestigkeit
34–45 MPazäh
Glasübergang (Tg)
≈ 105 °CHDT ≈ 98 °C
Dichte
1,04 g/cm³
Schlagfestigkeit
hochBruchdehnung 10–30 %
Schrumpf
0,7–1,6 %verzieht sich leicht
Außeneinsatz
schlechtvergilbt, dafür ASA nehmen

ABS im Vergleich mit ASA und PETG

Indikativer Vergleich mit dem wetterfesten ASA und dem einfacheren PETG. Eine höhere Bewertung heißt: für diese Eigenschaft passender.

EigenschaftABSASAPETG
Schlagfestigkeit
Wärmebeständigkeit
Außeneinsatz
Druckbarkeit
Nachbearbeitbarkeit
Maßhaltigkeit

Vorteile von ABS

  • Schlagfest und zäh
  • Hitzebeständig, Tg ≈ 105 °C
  • Gut schleifbar, klebbar und glättbar
  • Leicht, Dichte 1,04 g/cm³
  • Bewährter technischer Kunststoff
  • Günstiges Material im Vergleich zu Spezialfilamenten

Nachteile und Grenzen

  • Schrumpft und verzieht sich stark
  • Beheizte Druckkammer praktisch nötig
  • Gibt Styroldämpfe ab, Lüftung nötig
  • Nicht UV-fest, vergilbt im Freien
  • Heikler im Druck als PLA und PETG
  • Geringere Zugfestigkeit als PLA

Wofür du ABS nimmst (und wann ASA besser ist)

ABS passt für funktionale technische Teile, die Wärme und Schläge wegstecken müssen und die du nachbearbeiten willst: Gehäuse, Klemmen, Halterungen, mechanische Teile und alles, was am Ende glatt werden soll. Für ein zähes, hitzebeständiges Teil, das drinnen bleibt, ist es die klassische Wahl. In der Werkstatt, am Dachboden oder im Auto hinter der Windschutzscheibe wird es im Sommer warm — da hat ABS schon einen Vorsprung gegenüber PLA.

Kommt das Teil ins Freie oder in die Sonne, ist ASA fast immer besser: nahezu gleiche mechanische Eigenschaften, dabei UV-stabil und farbstabil, wo ABS vergilbt und versprödet. Suchst du vor allem Einfachheit im Druck, ist PETG die unkompliziertere Alternative mit guter Zähigkeit.

Wann nimmst du ABS?

Passt für

  • Schlagfeste, zähe Teile
  • Teile, die Wärme abkönnen müssen
  • Teile zum Schleifen, Kleben oder Glätten
  • Technische Prototypen für drinnen
  • Gehäuse in Werkstatt und Keller

Weniger passend für

  • Außeneinsatz und UV-Belastung, dafür ASA nehmen
  • Große, flache Teile ohne Druckkammer
  • Feinste Details, dafür PLA oder Resin nehmen
  • Räume ohne gute Lüftung
Lüftung und Druckkammer bei ABS

ABS gibt beim Drucken Styroldämpfe ab und verzieht sich bei Zugluft stark. Eine beheizte, geschlossene Druckkammer und gute Lüftung gehören deshalb dazu. Wir drucken ABS unter diesen Bedingungen; für Teile im Freien empfehlen wir meist ASA.

Verzug in den Griff bekommen

Warping ist das bekannteste Problem bei ABS: beim Abkühlen zieht sich der Boden nach oben, die Ecken lösen sich vom Bett. Ursache ist der relativ hohe Schrumpf von 0,7–1,6 % zusammen mit den Temperaturunterschieden im Bauraum. Ein beheiztes Bett bei 100–110 °C, eine geschlossene Druckkammer, ordentliche Druckbett-Haftung mit Brim oder Raft und keine Zugluft halten das Teil flach. Große, flache Flächen bleiben am empfindlichsten.

Willst du die Vorzüge von ABS ohne den Verzug, ist PETG oder ASA oft praktischer. Schreib bei der Anfrage gern dazu, wie groß und wie flach das Teil ist und wozu es dient, dann wägen wir Material und Vorgehen gemeinsam ab.

Empfohlene Druckeinstellungen für ABS

Ein gängiger Startpunkt für die meisten ABS-Filamente. Die idealen Werte unterscheiden sich je Hersteller und Drucker; wir stimmen sie auf dein Teil ab.

Düsentemperatur240–260 °C
Betttemperatur100–110 °C
Druckgeschwindigkeit40–60 mm/s
Kühlung0–20 %
Schichthöhe0,12–0,28 mm
Druckkammerempfohlen
Eine beheizte, geschlossene Druckkammer und wenig Kühlung halten ABS flach und fest.

ABS glätten und lackieren

Einer der Gründe für ABS ist die gute Nachbearbeitbarkeit. ABS lässt sich angenehm schleifen, mit passendem Kunststoffkleber oder mit Aceton kleben und danach grundieren und lackieren. Die bekannteste Technik ist die chemische Nachbearbeitung mit Acetondampf: die äußerste Haut schmilzt leicht an, das Teil wird glatt und glänzend, ohne dass Material dazukommt. Mit Aceton und Styroldämpfen gehen wir vorsichtig um — was dabei zu beachten ist, steht bei den Gesundheitsrisiken.

Preislich liegt ein ABS-Teil etwa auf dem Niveau von PETG, die zusätzliche Sorgfalt mit Druckkammer und Lüftung zählt halt mit. Nach dem Hochladen im Drucktool siehst du den Preis sofort. Die Lieferzeit liegt in der Regel bei 7–10 Arbeitstagen, abhängig von Größe, Stückzahl und Nachbearbeitung; wir bestätigen sie bei der Bestellung. Versendet wird nach Österreich, Deutschland, Belgien und in die Niederlande.

Häufige Fragen zu ABS

Weiterlesen

ABS steht meistens gegen ASA und PETG; für mehr Wärme schaust du auf Polycarbonat.

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