PLA: das einfachste und günstigste Filament

Für die meisten 3D-Drucke ist PLA der logische Startpunkt: steif, maßhaltig, günstig und gutmütig im Druck. Die Grenzen liegen bei Hitze und Schlag — und genau dort fangen PETG, ABS und Resin an.

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CategorieMaterialien

PLA (Polymilchsäure) ist das am häufigsten verwendete FDM-Filament und für viele Teile die Standardwahl: die Düse läuft bei 190–220 °C, die Zugfestigkeit liegt bei 50–60 MPa und der Glasübergang bei 55–60 °C. Der Schrumpf ist mit 0,3–0,5 % niedrig, die Oberfläche wird sauber und detailreich. Darum gelingt ein Druck fast immer beim ersten Versuch, auch bei großen flachen Modellen, die sich in anderen Materialien verzogen hätten.

Die Kehrseite sind Hitze und Schlag. PLA ist steif, aber spröde, und fängt schon ab 55–60 °C an, weich zu werden. Für Anschauungsmodelle, Prototypen und leicht belastete Teile ist das eh kein Thema. Was aber in der Sonne, am Armaturenbrett oder unter Schlag bestehen muss, ist in PETG, ABS, ASA oder PC besser aufgehoben.

Die wichtigsten Eigenschaften von PLA

PLA verbindet hohe Steifigkeit mit wenig Schrumpf. Das macht das Material maßhaltig und beim Drucken nachsichtig — Warping ist bei PLA selten ein Thema. Dafür ist es halt relativ spröde: unter einem plötzlichen Schlag bricht PLA eher, als dass es sich biegt.

  • Zugfestigkeit: 50–60 MPa — steif, hoher E-Modul, aber spröde bei Schlag

  • Wärmebeständigkeit: Tg 55–60 °C · HDT 55 °C; verformt sich am Armaturenbrett oder in direkter Sonne

  • Bruchdehnung: 3–6 % — wenig Dehnung, bricht spröde

  • Dichte: 1,24 g/cm³

  • Schrumpf: 0,3–0,5 % — niedrig, darum maßhaltig

  • Außeneinsatz: schlecht (UV und Wärme) — vergilbt und wird mit der Zeit brüchig

  • Druckbarkeit: sehr gut: kaum Verzug, kein Gehäuse nötig, haftet leicht am Bett

Technische Werte von PLA

Typische, indikative Datenblattwerte für gedrucktes PLA im FDM-Verfahren. Die Werte unterscheiden sich je Marke und Variante und sind keine feste Spezifikation für ein konkretes Teil.

Düsentemperatur
190–220 °CRichtwert, je Marke
Betttemperatur
40–60 °Ckein Gehäuse nötig
Zugfestigkeit
50–60 MPasteif, aber spröde
Glasübergang (Tg)
55–60 °CHDT rund 55 °C
Dichte
1,24 g/cm³
Bruchdehnung
3–6 %wenig, spröde
Schrumpf
0,3–0,5 %niedrig, darum maßhaltig
Außeneinsatz
schlechtUV und Wärme

PLA in Kürze

Indikatives Profil auf den Eigenschaften, die bei einem 3D-Druck am meisten zählen. Datenblattwerte — die Festigkeit hängt zusätzlich an Ausrichtung und Wandstärke.

Druckbarkeitsehr gut
Oberflächenqualitätsauber
Steifigkeithoch
Schlagfestigkeitgering (spröde)
Hitzebeständigkeitrund 55 °C
Außentauglichkeitschlecht
Kosteneffizienzgünstig

PLA im Vergleich mit PETG, ABS und ASA

Indikativer Vergleich mit den vier FDM-Materialien, die am häufigsten gegen PLA abgewogen werden. Ein höherer Wert heißt besser passend für diese Eigenschaft.

EigenschaftPLAPETGABSASA
Druckbarkeit
Oberflächenqualität
Steifigkeit
Schlagfestigkeit
Hitzebeständigkeit
Außeneinsatz
Kosteneffizienz

Vorteile von PLA

  • Sehr einfach und verlässlich im Druck
  • Saubere, detailreiche Oberfläche
  • Wenig Schrumpf, darum maßhaltig
  • Günstig in Material und Druckzeit
  • Viele Farben und Varianten (Silk, matt, gefüllt)
  • Rohstoff aus nachwachsenden Quellen

Nachteile und Grenzen

  • Hitzebeständigkeit endet bei rund 55 °C
  • Spröde, geringe Schlagfestigkeit
  • Nicht UV- und wetterfest
  • Wird mit der Zeit brüchig
  • Chemisch weniger beständig als PETG
  • Für schwer belastete Teile nicht gedacht

Wofür du PLA am besten nimmst

PLA spielt seine Stärken dort aus, wo Form, Aussehen und Maß mehr zählen als Hitze oder Zähigkeit. Also bei Anschauungsmodellen, Prototypen, Architekturmodellen, Deko, Figuren und leicht belasteten Gehäusen oder Haltern, die im Haus bleiben. Weil PLA kaum schrumpft, ist es auch für große flache Modelle angenehm, die in ABS krumm geworden wären.

Sobald Wärme, Schlag oder Wetter dazukommen, ist PLA meistens die falsche Wahl. Ein Halter am Armaturenbrett, der im Sommer in Wien hinter Glas steht, eine Klemme, die regelmäßig biegen muss, oder ein Teil am Balkon — das hält in PETG, ABS, ASA oder PC deutlich länger. Schreib bei der Anfrage dazu, wo das Teil hinkommt, dann empfehlen wir das passende Material.

Wann nimmst du PLA?

Passt für

  • Anschauungsmodelle und Prototypen
  • Präsentations- und Formteile
  • Leicht belastete Teile im Innenraum
  • Große flache Modelle (wenig Verzug)
  • Mehrere Versionen aus demselben Budget

Passt weniger für

  • Teile in warmer Umgebung
  • Außeneinsatz und UV-Last
  • Schlag- und Stoßbelastung
  • Schwer mechanisch belastete Teile
  • Chemisch belastete Anwendungen
Achtung: die Hitzegrenze liegt tief

PLA fängt schon bei 55–60 °C an, weich zu werden, und verformt sich dann. Ein Teil am Armaturenbrett, direkt an der Elektronik oder in der vollen Sonne ist in PETG, ABS, ASA oder PC besser aufgehoben. Wenn du unsicher bist, beschreib einmal die Umgebung, dann denken wir gern mit.

Varianten, Nachbearbeitung und Nachhaltigkeit

PLA gibt es in vielen Varianten: Silk für Glanz, matt für eine ruhige Fläche, holz- oder kohlefasergefüllt für Textur und Steifigkeit, und zähere Tough-Varianten, die weniger spröde sind. Die Druckeigenschaften bleiben ähnlich, der Unterschied liegt im Aussehen und in den Details der Nachbearbeitung.

Für ein lackiertes Teil ist PLA ein dankbares Material: es lässt sich gut schleifen, und grundieren und lackieren geht danach ohne Umstände. Wie lang das dauert, hängt vom Teil ab — das klären wir bei der Anfrage.

Der Rohstoff kommt aus nachwachsenden Quellen wie Maisstärke oder Zuckerrohr. Kompostierbar ist PLA aber nur unter industriellen Bedingungen, also bei hoher Temperatur und Feuchte in einer Kompostieranlage. Am Komposthaufen im Garten oder draußen in der Natur zerfällt es nicht einfach so. „Biologisch abbaubar“ ist deshalb ein heikler Begriff — wir sagen bewusst: nachwachsender Rohstoff, nicht ohne weiteres umweltfreundlich.

Empfohlene Druckeinstellungen für PLA

Ein gängiger Startpunkt für die meisten PLA-Filamente. Die idealen Werte unterscheiden sich je Marke, Farbe und Drucker; wir stimmen sie auf dein Teil ab.

Düsentemperatur190–220 °C
Betttemperatur40–60 °C
Druckgeschwindigkeit40–80 mm/s
Kühlungmaximal
Schichthöhe0,10–0,28 mm
Gehäusenicht nötig
PLA ist nachsichtig: kräftige Kühlung hilft bei Überhängen und feinen Details.

Kosten und Lieferzeit bei PLA

PLA gehört zu den günstigsten Materialien im Druck. Das liegt am niedrigen Materialpreis, aber auch daran, dass es ohne Sondervorkehrungen durchläuft: kein Gehäuse, kaum Fehldrucke, wenig Nachbearbeitung. Wer von einem Prototyp mehrere Versionen braucht, holt so mehr Iterationen aus demselben Budget.

Was am Ende zusammenkommt, hängt an Volumen, Druckzeit, der gewählten Schichthöhe, der Menge an Stützmaterial und an der Nachbearbeitung — die einzelnen Preisfaktoren haben wir extra aufgeschrieben. Den Preis siehst du sofort, sobald du dein Modell im Drucktool hochgeladen hast. Die Lieferzeit liegt in der Regel bei 7–10 Arbeitstagen und wird bei der Bestellung bestätigt. Versendet wird nach Österreich, Deutschland, Belgien und in die Niederlande.

Häufige Fragen zu PLA

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PLA steht am häufigsten gegen diese Materialien — schau vor der Wahl kurz hinein.

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