Kleinserien: drucken oder eine Form bauen
Bei kleinen Stückzahlen steht der 3D-Druck gegen den Spritzguss. Entscheidend ist nicht der Stückpreis allein, sondern der Rüstaufwand davor — und wie oft sich dein Entwurf noch ändert.
Für eine Kleinserie ist der 3D-Druck meistens günstiger als eine Spritzgussform, weil beim Druck der ganze Werkzeugkostenblock wegfällt. Eine Form hat einen sehr tiefen Stückpreis, muss aber zuerst gebaut werden, und diese einmalige Investition will über die Serie wieder herein. Der Druck kennt diesen Rüstaufwand nicht: die Kosten laufen annähernd flach pro Stück mit. Darum gewinnt der Druck bei kleinen Stückzahlen fast immer, und die Rechnung kippt erst, wenn die Stückzahl die Form zurückverdient. Wie sich Druck, Zerspanen und Spritzguss nebeneinander ausgehen, steht im Kostenvergleich.
Wo dieser Umschlagpunkt liegt, hängt stark an der Form des Teils, am Material und an den Werkzeugkosten. Als Faustregel nennt die Branche irgendwo zwischen einigen Hundert und einigen Tausend Stück, oft rund tausend — bei kleinen, komplexen oder noch wandernden Teilen liegt der Punkt deutlich höher. Eine feste Zahl gibt es also nicht, das ist eine Rechnung je Projekt. Die Richtung ist aber eindeutig: je kleiner die Serie und je öfter sich der Entwurf noch ändert, desto klarer gewinnt der Druck. Was wir selbst übernehmen, bewegt sich bei einigen Dutzend bis einigen Hundert Stück, in Absprache; geht es bei dir weiter hinauf, frag einmal an, dann schauen wir, was sich ausgeht.
Druck und Spritzguss im Rüstvergleich (indikativ)
Allgemeine Branchengrößen zur Einordnung, kein Angebot — der Umschlagpunkt ist je Teil verschieden.
Wann gewinnt der Druck gegen eine Form?
Drucken passt bei
- Kleinserien von einigen Dutzend bis einigen Hundert Stück, in Absprache
- Entwürfen, die sich noch ändern können
- Produkten mit mehreren Varianten
- Unsicherer oder schwankender Nachfrage
- Vorserien und Nullserien vor der Konstruktionsfreigabe
Eine Form prüfen bei
- Sehr großen Mengen gleicher Teile
- Entwürfen, die endgültig festliegen
- Einem extrem tiefen Ziel-Stückpreis
- Serien, die jahrelang unverändert durchlaufen
Mehr als der Stückpreis
Der reine Stückpreis ist nicht die ganze Geschichte. Eine Form braucht Wochen Vorlauf, bevor das erste Teil fällt; ein gedrucktes Teil liegt in der Regel nach 7–10 Arbeitstagen da, und diese Durchlaufzeit bestätigen wir bei der Bestellung. Ändert sich dein Entwurf noch, heißt jede Änderung beim Spritzguss eine neue oder nachgearbeitete Form; beim Druck lädst du halt eine neue Datei hoch. Und es gibt keine Mindestabnahme: ein Stück oder fünfzig, beides geht. Für Prototypen und für Produkte, die noch wachsen, zählt diese Beweglichkeit meist mehr als der letzte Rest am Stückpreis.
Vor der Konstruktionsfreigabe ist der Druck ohnehin das naheliegende Werkzeug. Eine Vorserie aus dem Drucker zeigt, ob die Passungen sitzen und ob sich das Teil montieren lässt, und eine Nullserie unter echten Bedingungen bringt oft noch zwei, drei Änderungen mit. Die kosten beim Druck nichts extra. Mit welchen Abweichungen du bei einem gedruckten Teil rechnest, steht bei der Maßgenauigkeit.
Gleich bleiben über die ganze Serie
Eine Serie ist erst brauchbar, wenn die Teile untereinander gleich sind. Beim 3D-Druck sichern wir das, indem die ganze Serie in derselben festgelegten Ausführung läuft: dasselbe Material, dieselbe Ausrichtung, dieselbe Schichthöhe, dieselben Einstellungen. So schauen die Teile nicht nur gleich aus, sie verhalten sich auch gleich. SLA ist von Natur aus reproduzierbarer als FDM, das durch die Schwindung beim Abkühlen ein etwas breiteres Maßband hat; bei maßkritischen Serien rechnen wir das mit.
Bei Teilen mit kritischen Maßen oder Passungen gilt eine feste Regel: zuerst ein Probeteil prüfen, dann die Serie bestellen. Passt das Probeteil, produzieren wir den Rest in genau derselben Ausführung. So wendest du eine Korrektur einmal an, statt eine ganze Charge auszusortieren. Diese Ausführung halten wir fest, damit ein Wiederholteil in einem halben Jahr noch dasselbe Teil ist.
Material zählt mal der Stückzahl
Bei einer Serie wirkt jede Materialentscheidung über alle Teile. Greifst du zu einem Material, das den Einsatzbedingungen knapp nicht gewachsen ist, vervielfältigst du dieses Problem mit der Stückzahl. Darum wäg die Wahl in Ruhe ab: PLA für sichtbare oder leicht belastete Teile, PETG für zähere Funktionsteile, und ABS, ASA oder PC für Wärme, Außeneinsatz oder schwerere Last. Ein Material, das schneller und mit weniger Stützstruktur druckt, drückt außerdem den Stückpreis — was du am Entwurf selbst holst, steht bei für die Fertigung optimieren.
Wiederholteile ohne neuen Rüstaufwand
Ein großer Vorteil der digitalen Fertigung: dein Teil liegt als Datei fest. Willst du in einem Monat oder in einem Jahr nachbestellen, braucht es keinen neuen Rüstaufwand — wir wiederholen die Bestellung in derselben Ausführung. Das passt bei schwankender Nachfrage und bei Ersatzteilen, die du nicht ins Lager legen willst. Was eine größere Menge für die Durchlaufzeit einer Serie heißt, planen wir vorher gemeinsam. Für Betriebe in Oberösterreich und der Steiermark liefern wir von Linz aus nach Österreich, Deutschland, Belgien und in die Niederlande; Kauf auf Rechnung und eine Verschwiegenheitserklärung stehen bei den Geschäftskunden.
Häufige Fragen zu Kleinserien
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Von der Grundsatzfrage weiter zur Planung und zur Kostenoptimierung.
Modell hochladen und die Möglichkeiten für eine Serie anschauen
- Kein Werkzeug, kein Rüstaufwand
- Dieselbe festgelegte Ausführung über die ganze Serie
- Nachbestellen ohne neuen Anlauf